Protein & Lipödem – entzündungsfördernd oder wichtig?

Protein & Lipödem – entzündungsfördernd oder wichtig?

Immer wieder hört man: „Eiweiß ist bei Lipödem entzündungsfördernd.“
Und das sorgt für viel Verunsicherung. Soll man jetzt Eiweiß meiden?

Die Wahrheit ist: Eiweiß selbst ist nicht das Problem.
Dein Körper braucht Aminosäuren – die Bausteine des Eiweißes – für Muskeln, Hormone, Enzyme, Immunsystem und Heilung. Ohne Eiweiß würde er nicht funktionieren.

Der Unterschied liegt in der Eiweißquelle:

  • Rotes Fleisch, Wurst und verarbeitete Produkte können entzündungsfördernd wirken, weil sie viel Arachidonsäure, gesättigte Fette und Zusatzstoffe enthalten.
  • Fisch, Eier, Geflügel und Milchprodukte liefern wertvolles Eiweiß, und Fisch bringt zusätzlich Omega-3-Fettsäuren mit, die entzündungshemmend wirken.
  • Pflanzliches Eiweiß aus Linsen, Bohnen, Kichererbsen, Soja, Nüssen oder Samen wirkt eher entzündungshemmend und bringt Ballaststoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe mit.

Aminosäuren – warum sie so wichtig sind

Aminosäuren sind die kleinen Bausteine, aus denen Protein besteht.
Dein Körper setzt sie ein für:

  • den Muskelaufbau und Muskelerhalt (Muskeln sind die größten Fettverbrenner),
  • die Bildung von Hormonen und Enzymen,
  • die Unterstützung des Immunsystems.

Gerade bei Lipödem können Aminosäuren helfen, die Muskeln zu schützen – damit dein Körper die Energie eher aus dem Fettspeicher nimmt und nicht aus der Muskelmasse.

Hier habe ich eine Bildliche Erklärung geschrieben zu diesem Prozess in deinem Körper, zum leichter verstehen.


Wie viel Eiweiß brauchst du eigentlich?

  • Richtwert: 1,2 – 2,0 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag
  • Beispiel: Bei 70 kg Körpergewicht = 84–140 g Eiweiß täglich
  • Bei Lipödem, wenig Bewegung oder beim Abnehmen reicht oft der untere Bereich (1,2–1,5 g).
  • Wer Sport macht oder Muskeln aufbauen oder erhalten möchte, kann etwas höher gehen.

Eiweißgehalt von Lebensmitteln (pro 100 g)

  • Huhn/Pute: ca. 20–22 g Eiweiß
  • Rindfleisch: ca. 20–22 g
  • Lachs: ca. 20 g
  • Ei: ca. 6–7 g pro Stück
  • Magerquark: ca. 12 g
  • Griechischer Joghurt (0–2 % Fett): ca. 10 g
  • Käse (z. B. Gouda): ca. 25 g
  • Linsen: ca. 9 g
  • Kichererbsen: ca. 8 g
  • Tofu: ca. 10–12 g
  • Quinoa: ca. 4 g
  • Nüsse: ca. 15–20 g (je nach Sorte, jedoch auch hoher Fettanteil)

Fazit

  • Eiweiß und Aminosäuren sind keine Feinde bei Lipödem – im Gegenteil: Sie helfen, Muskeln zu schützen, den Stoffwechsel aktiv zu halten und Entzündungen zu regulieren. Entscheidend ist die Qualität der Eiweißquelle und die richtige Menge.

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